"E U R O      D E     V I L L A     T I G R E"

Die Geschichte von Euro ist eine sehr traurige . Also wenn ihr keine Lust habt um eure gute Laune zu verlieren, besser nicht weiter lesen.

Euro ist bei uns im Hause geboren. Der 20. April 2002 war auch für uns ein ganz besonderer Tag. Das erste mal wurden unsere flowered Hündin "Angel" und unser blaue Rüde "Clinton" Eltern. Und was sahen wir als der Erstgeborene da war? Ein merkwürdiges Schwarz mit ganz, ganz kleinen weißen und blonden Punkten.

EURO 

Was ist das denn? war unser erster Kommentar. Wir wussten es nicht und also fragten wir Leute die es wissen mussten, die mehr Erfahrung mit Shar-Pei hatten. Die Reaktion dieser Menschen war eindeutig.

Wir hatten einen brindle Shar-Pei gezüchtet.

Damals gab es auf der ganzen Welt nur drei registrierte reinrassige brindle Shar- Pei. Natürlich waren wir stolz aber nichts desto Trotz wurde er bei uns auch nicht anders behandelt wie all seine anderen Geschwister. Die acht Wochen in denen er bei uns war , entwickelte er sich super gut. Dann war die Zeit heran gekommen, das er in sein neues Zuhause ziehen sollte. Dort wurde er auch mit Freude erwartet.

Er kam zu einer damaligen sehr guten Freundin von uns nach Holland. Die ersten  Monate seines Lebens verliefen "normal" Er wuchs in einer Familie auf mit Kindern die ihn abgöttisch liebten und auch die neuen Eltern von Euro gaben sich alle Mühe. Sie verwöhnten ihn und waren stolz so eine Sonderexemplar von einem Shar-Pei zu haben. Er wurde viel herumgezeigt, bewundert und jeder freute sich den Hund einmal streicheln zu dürfen. Schließlich sieht man so einen Shar-Pei nicht alle Tage. Euro und seine Familie haben es sogar in die holländische Presse gebracht. Ein ganzer Artikel für Euro und Frauchen --- wie stolz muss man da sein.

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Nur leider wurde nicht beachtet, dass Euro gar nicht der Typ für berühmten Starrummel war. Euro war ,ist und wird auch immer ein Einzelgänger sein. Er mag es nicht wenn fremde Menschen ihn berühren oder ihm den Kopf kraulen. Eigentlich ist das Shar-Pei typisch. Viele unserer Knautschbacken verhalten sich so. Wenn man dann noch einen Einzelgänger in großes Menschengewirr bringt ist das sicherlich nicht förderlich für seine Entwicklung. 

Und so kam was kommen musste. Euro wurde unzufrieden und das zeigte er auch. Immer öfter begann er zu knurren. Aber seine Menschen haben es nicht verstanden und so wurde der zweite große Fehler in Euros Leben gemacht. Immer wieder wurde er an falscher Stelle gestraft oder gelobt. 

Es kann nicht sein , dass, wenn ein Hund etwas falsch macht und er dafür geschimpft wird, zwei Minuten später ein Leckerli bekommt. So lernt er nie was richtig oder was falsch ist.

Das Ende vom Lied war, dass wir aus Holland angerufen wurden und uns mitgeteilt wurde, dass es mit Euro immer schlimmer wird. Nicht mehr berechenbar. Aggressiv den Erwachsenen gegenüber, und auch die Kinder schon anknurrte. So ging es nicht weiter und darum beschlossen sie den Hund einschläfern zulassen. Viele Ärzte in Holland sagten. "Dem Euro ist nicht mehr zu helfen. Mit dem Euro kommen sie nicht mehr zurecht. Der Euro ist krank. Es ist unverantwortlich den Hund noch weiter mit Kindern leben u lassen."

Das konnte wir nicht glauben. Aber leider hatten wir es ja mit eigenen Augen gesehen , dass die Familie mit Euro total überlastet war. Wir hatten immer noch die Hoffnung, dass sich alles bessern würde durch unsere Tipps die wir gaben. Aber es wurde nicht besser. Natürlich war es unverantwortlich Euro noch länger mit Kinder zusammen zu lassen aber deswegen gleich einschläfern??????

N E I N ! ! ! 

Wir beschlossen den Hund zu uns zurück zuholen. Zurück nach Spanien in sein Elternhaus. Wir wollten selber erleben und sehen das Euro krank ist. Und also kam er wieder           "HEIM"

Euro´s erster Tag 

wieder bei uns 

Das war eine Freude, sag ich euch. Nun hieß es erstmal für uns herauszufinden , was eigentlich mit dem Hund los ist. Beobachtungsphase: Was macht er? Wie verhält er sich gegenüber uns Menschen , gegenüber den anderen Hunden oder aber Besuch?  Was kann er? Leine laufen, rennen oder lieber nur ruhig spazieren gehen? Wie reagiert er auf Kommandos oder sollte man das lieber lassen? 

Eine lange Zeit verging in der wir all diese Dinge versuchten rauszubekommen. Natürlich stand auch eine umfangreiche tierärztliche Untersuchung an. Denn wir alle wollten wissen .          IST ER WIRKLICH KRANK?                                                       Muss er wirklich eingeschläfert werden?

Um die Geschichte mal nicht zu lang werden zu lassen. Der Hund ist kerngesund. Kein Befund. Es geht ihm körperlich hervorragend.  Was man aber ehrlichkeitshalber sagen sollte. Euro hat schon von klein an etwas mit seinen Augen. Seine Augen stehen nicht gerade und er schielt. Aber das ist nicht sein Problem. Sein Problem ist ein ganz anderes. Sein falsches Verhalten, dass nicht durch eine körperliche Krankheit ausgelöst wird, kommt von seiner Seele. Drei Ärzte  unabhängig voneinander  haben die gleiche Diagnose gestellt. Der Junge ist total traumatisiert. Sein Verhalten ist keine Aggressivität sondern Selbstschutz.                                 Es ist zu vermuten , dass er geschlagen worden ist!

Euro möchte einfach nur sagen ,dass er seine Ruhe haben möchte. Er möchte sich zurückziehen können, wann immer er das will. Keine langen Spielstunden, in denen  immer irgendjemand was von ihm verlangt. Ruhe! aber wissen das Frauchen da ist, wenn es nötig ist. Und sonst bitte NICHTS.

Wir ließen uns das Ganze auch noch von einem hier ansässigen Hundetrainer bestätigen, der uns auch noch Tipps gab, wie wir mit Euro arbeiten könnten um ihm zu helfen. Aber brachte das denn alles was? Euro war zwar nicht körperlich krank aber seine Seele war es sehr wohl. Ist das nicht auch eine Art von "krank sein"? Muss man da als Mensch nicht auch eine Entscheidung treffen? Was ist besser für den Hund? Wird er jemals das Ganze vergessen können oder bleibt es für ihn eine Qual zu leben?

Wir haben uns dafür entschieden es zu versuchen ihm ein angenehmes Leben zu ermöglichen. Wir arbeiten mit Euro. Ganz, ganz langsam. Ohne Druck und Zwang mit viel Geduld. Und wir wurden belohnt. Er fasste Vertrauen zu uns. 

Einiges musste geschehen bis es aber endlich soweit war. Unter anderem haben wir seinen Rufnamen verändert. Wir rufen ihn nicht mehr EURO sondern TIGER. Der Klang dieses neuen Namen machte ihn ruhiger. Auch unsere Stimmlage müssen wir ändern, wenn wir mit ihm sprechen. Tiefe, schwere Stimmen  machen ihm Angst. Und noch mehr. Schnelle, ruckartige Bewegungen machen ihm Angst. Rascheln einer Plastiktüte macht ihm Angst. Ein wehender Rock macht ihm Angst. Der Eingang in ein Haus macht ihm Angst. Bring einem erwachsenen Hund mal bei das das nichts schlimmes ist. Es war nicht möglich diesen Hund in unser Haus zu bekommen. Er weigerte sich mit Händen und Füßen ,sobald er merkte dass wir ihn reinholen wollten.

Wir haben auf unserem Grundstück dann ein kleines Eckchen abgegrenzt nur für Euro. Da kommt kein anderer Hund an ihn ran. Sehen kann er alle und das reicht ihm. Er hat ein gemütliches Steinhaus und ein kleineres Holzhaus zur Verfügung.

Wir wissen jetzt, dass er diese Ruhe, Abgeschiedenheit, Freiheit, Alleinsein, Zwanglosigkeit und Ungestörtheit braucht um glücklich zu sein. Wir haben versucht ihn in unser Rudel zu integrieren aber das ist uns nicht geglückt. Gemeinsames Spielen mit den anderen Hunden ist zu lästig für Euro. Die Begegnungen dauern meistens nur zwei bis drei Minuten  und Euro hat genug davon und will wieder in sein Revier.

Um ihn aber nicht ganz von der Außenwelt fernzuhalten und ihm zu zeigen dass es auch ab und zu schön sein kann etwas anderes zu sehen, gehen wir mit ihm spazieren. Das gefällt ihm. 

Nur leider dürfen wir auch das nicht jeden Tag von ihm verlangen. Zu viel Regelmäßigkeit macht ihn ärgerlich und bockig. Sofort kommt dann sein altes Verhalten wieder durch, was wir natürlich vermeiden wollen. 

Stand der Dinge im Moment: 

Euro lebt sein Leben. Für ihn scheint es wunderschön zu sein. Er ist glücklich und zu frieden. Freut sich jeden Tag aufs Neue, wenn er alles im Blick behalten kann. Er sieht uns , er sieht seine Hunde. Reagiert freundlich (ohne knurren) wenn Besuch kommt. Ist immer noch kerngesund. 

Seine Hobbys. 
In der Sonne liegen und faulenzen
Ball spielen, aber Steine tun es auch 

Wir denken, das es seiner Seele besser geht. Er war ein seelisches Wrack. Nun kann er selbst Gewitter und Feuerwerkdonner vertragen. Und vielleicht wird es irgendwann mal einen Tag geben, an dem Euro gemütlich in unser Haus spaziert, sich zu uns auf das Sofa setzt und friedlich schnarchend schlafen wird.